Ein Regiokrimi der besonderen Art

Regiokrimis sind pfui. Tumbe Ermittler, die teutonisch pseudohumoresk durch Sprachlandschaften stolpern, in denen nicht einmal das Wort „Hühnerkacke“ Urlaub machen möchte. Mit einem Wort: Manuskripte mit Untertiteln wie „Ein Néo Polar aus dem Siebengebirge“ oder gar „Kiel Krimi“ (ohne Bindestrich!) landen dort, wo der liebe Gott ein sicheres Plätzchen für sie reserviert hat: im Papierkorb.

Aber dann passiert es eben doch: die Ausnahme von der Regel. Jüngst erreichte uns ein dünnes Manuskript mit dem Titel „7 Türme, 7 Tote“, Untertitel: „Kaufbeuren Krimi“. Schon sahen wir uns unauffällig nach dem elektronischen Papierkorb um, lasen dann aber doch – zur eigenen Abschreckung – in den Text hinein. Und waren verblüfft. SO soll Regiokrimi sein! Rasant, gut geschrieben, mit flexiblem Humor und garantiert ohne eingebautes Fremdschämen. Autor dieses Ausnahmewerkes ist eine bekannte Kaufbeurer Persönlichkeit, die aus gutem Grund anonym bleiben möchte, das würden Sie auch wollen, wenn Sie zufällig der Oberbürgermeister von Kaufbeuren wären. Nennen wir ihn also Ludwig Plärrer, das heißt, er nennt sich selber so: „Ludwig, weil ich immer noch glaube, dass unser Kini (König; Anm. des Übersetzers) Ludwig damals feige ertränkt wurde, und Plärrer nach dem Augsburger Volksfest, bei dem ich einmal während einer Fahrt auf dem „Fliegenden Teppich“ ganz fürchterlich habe kotzen müssen“.

Das nahezu Genialische an „7 Türme, 7 Tote“ ist die Wahl der Protagonistin, einer rotzfrechen Siebzehnjährigen, die ein Detektivbüro samt seines einzigen Mitarbeiters, ein siebenundfünfzigjähriger erfolgloser Krimiautor geerbt hat. Liana Kecks versucht sich in ihrem ersten Fall an der Aufklärung eines sensationellen Verbrechens, das nicht nur Kaufbeuren erschüttert, sondern es sogar bis in die Rubrik „Vermischtes“ des Füssener Gemeindeboten geschafft hat. Völlig unmotiviert stürzen sich Menschen von Türmen. Und weil Kaufbeuren als „die Stadt mit den sieben Türmen“ gilt, kommt da schon was zusammen, sieben schöne Leichen nämlich.

Um es kurz zu machen: Das Werk hat uns dermaßen begeistert, dass wir es sofort in unser Herbstprogramm aufgenommen haben. Denn die bisher so traurige Geschichte des Regiokrimis muss neu geschrieben werden! Seien Sie dabei, lesen Sie mit! Cover und Textprobe folgen zu gegebener Zeit!

 

Das Schundbüro

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One Response to “Ein Regiokrimi der besonderen Art”

  1. Ist das ein Kaufbeuren-Fracking-Krimi? Wo das Leitungswasser brennt, wenn man ein Streichholz unter den Hahn hält? Leider war das Begleitvideo in einer mir fremden Sprache, sodaß ich außer Kühen und Bohrtürmen nix verstand. Doch vielleicht gehören die Bohrtürme zu den genannten Sieben? Rätselhaft. Aber gut, für einen Krimi.
    Heißt vielleicht jemand Zenzi oder Franzl? Das wäre prima. So richtig Allgäu. Wie ich höre, gibt es da schon was aus dem Allgäu, auch mit Kühen und Ermittlern.
    Wirklich rätselhaft. Aber schön. Mit den Bergen und so, und einem Räncher, der Kern heißt.

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